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Meyer
Conrad Ferdinand, 1825-1898, Radierung von Karl
Stauffer
Als Spross einer alten Patrizierfamilie, entwickelte
sich Meyer langsam und reifte spät, stets bedroht
von Gemütsstörungen, die den zeitweiligen
Aufenthalt in Nervenheilanstalten nötig machte.
Er besass feinste ästhetische Kultur und war
besonders mit Geschchte, romanischer Literatur und
Kunst vertraut. Meyer ist ein Meister der historischen
Novelle, doch war ihm der geschichtliche Inhalt
nie Selbstzweck, sondern Mittel, sein eigenes Wesen
verhüllt darzustellen und die Frage nach der
Gerechtigkeit im menschlichen Schicksal aufzuwerfen.
Sein Streben, in anschaulichen Sinnbildern zu erzählen,
macht ihn zu einem Vertreter des Symbolismus. Quelle
Die Neue Schweiz in Bilder - von 1798 bis zur Gegenwart,
von E. A. Gessler, 1935. |